Partizipative Wissenschaft und wissenschaftliche Partizipation:
Die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen in der Entscheidung über neue Entwicklungen in den Biotechnologien.

PSx2 ist ein Projekt, das die partizipative Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen (ZGOs) in neuen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen, mit besonderer Bezugnahme auf Erfahrungen in der Entwicklung landwirtschaftlicher Biotechnologien (gentechnisch veränderte Pflanzen, Lebens- und Futtermittel), erforscht. Diese neuartigen Biotechnologien umfassen nicht nur ein sich erweiterndes Gebiet der wissenschaftlichen Forschung, sondern beinhalten auch einen sehr wichtigen Bereich für gesellschaftliche Experimente mit einer aktiveren Bürgerschaft und einer größeren Beteiligung der „Laienöffentlichkeit“ in Europäischen Forschungsaktivitäten. In diesem von der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission gegründeten Projekt arbeiten fünf zivilgesellschaftliche Organisationen und vier wissenschaftliche Institutionen zusammen.

Das Gesamtziel ist es, die gesellschaftliche Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung durch die Promotion der öffentlichen Beteiligung in Europäischen Forschungsaktivitäten zu erhöhen. Sowohl der Projektfortschritt als auch seine Resultate sollen benutzt werden, um den Dialog und das konstruktive Engagement zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und wissenschaftlichen Forschungsinstitutionen zu stärken. Zu diesem Zweck wird PSx2 für das gesamte Projekt und darüber hinaus eine Plattform für anhaltenden Austausch und Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und ZGOs errichten.

Die folgenden besonderen Ziele werden während der verschiedenen Phasen des Projektes gesetzt:

1. Führen einer Diskussion, wie wir eine gemeinsame Definition der „Partizipation in Wissenschaft“ zwischen den Partnern erreichen können um den Fokus der Untersuchungen zu definieren. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das erste Treffen der Frage gewidmet, ob es möglich ist, eine solche Definition von „Partizipation“ festzulegen. Dies schließt die Konditionen und Grenzen ein, die die Anwendbarkeit und Bestimmung sowohl durch die ZGOs als auch durch die wissenschaftlichen Partner definieren.

2. Durchführung einer qualitative Studie über die Rolle der Aktivitäten der Europäischen ZGOs zur Steigerung der öffentlichen Teilnahme in Wissenschaft und Forschung in dem Gebiet der biotechnologischen Forschung und Organisation, die ihren Fokus auf landwirtschaftliche Biotechnologien legt. Die Studie wird auf Daten basieren, die durch eine ad-hoc Befragung erhoben werden, welche mit einem weiten Querschnitt der ZGOs in den jeweiligen Ländern, in denen unsere Partner tätig sind, durchgeführt wird. Es sollen etwa 100 Interviews durchgeführt werden, um ausreichend Daten für eine Analyse zu haben.

3. Es soll eine Gruppe des effektivsten oder optimalen Verfahrens bestimmt werden, die eine Steigerung der öffentlichen Teilnahme in Wirtschaft und Forschung bewirkt. Diese repräsentative Gruppe wird mit Hilfe der Informationen über die Aktivitäten der ZGOs festgelegt, die durch die Interviews gesammelt wurden. Das so festgestellte optimale Verfahren wird die Suche nach einer neuen Definition der „Partizipation in Wissenschaft“ beflügeln und muss eine Erfolgsgeschichte oder einen innovativen Vorschlag vorweisen können. Eine Zahl von zusätzlichen, tiefer gehenden und halb strukturierten Interviews wird durchgeführt, um die Basis für eine Analyse der effektivsten Teilnahmeverfahren zu haben. Der Maßstab für die Erreichung dieses Ziels wird es sein, eine detaillierte Beschreibung von fünf bis sieben bestimmten optimalen Verfahren zu erarbeiten, die verschiedene Aspekte des untersuchten Bereichs abdecken. Dies wird die Grundlage für die Erstellung einer Anleitung oder eines Leitfadens der effektiven Praxis für eine „partizipative Wissenschaft und eine wissenschaftliche Partizipation“ darstellen.

4. Produktion einer Anleitung oder eines „Leitfaden der effektiven Praxis für eine partizipative Wissenschaft“. Der Leitfaden wird aus den intensiven Gutachtentätigkeiten resultieren, welche die wissenschaftlichen Partner und andere Praktiker involviert, sowohl aus dem Netzwerk als auch von außerhalb. Dieser Gutachtenprozess stellt einen wichtigen Aspekt unseres anhaltenden operativen Dialogs dar. Der Leitfaden wird als ein Werkzeug gesehen, um innerhalb und außerhalb des Netzwerks Ideen und Praktiken zu verbreiten, die den Dialog zwischen Wirtschaft und Gesellschaft erhöhen sollen.

5. Verbreitung der Ergebnisse der Analyse innerhalb des Projektnetzwerks und an weitere Gruppen von Interessenvertretern (andere ZGOs, wissenschaftliche Institutionen, nationale und regionale Behörde, etc.). Dieses Ziel wird durch zwei Haupthandlungen erreicht: die Organisation einer nationalen Konferenz, um die generellen Ergebnisse des Projekts zu präsentieren und den potentiellen Handlungsspielraum für ZGOs in einem wissenschaftlichen und regulierenden Kontext zu untersuchen; die Lieferung des Leitfadens an alle in der Studie involvierten ZGOs und an jeden anderen in dem Projekt identifizierten Handelnden.